Sim A 50 Prävention

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Eine immer älter werdende Gesellschaft bringt eine zunehmende Neigung zu dementiellen Erkrankungen mit sich. Bei 50 Prozent der 80-jährigen Personen sind postmortal dementielle Veränderungen in der Gehirnhistographie erkennbar.

Diesen Entwicklungen entgegenzuwirken hat sich SimA® zur Aufgabe gemacht. Die Studien im Rahmen der SimA®-Forschung ergaben, dass sich diese Entwicklung durch konsequentes kognitives und psychomotorisches Training um fünf Jahre hinauszögern kann.

 

Was ist SimA 50+ ?

 

Das SimA®-Programm ist das erste wissenschaftlich fundierte Angebot zur Förderung der kognitiven und motorischen Fähigkeiten im Alter.

Die SimA-Idee beschreibt die Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in ein funktionales Förderungsangebot, dass sich entsprechend der Leistungsfähigkeit der Teilnehmer in seinem Anspruchsniveau skalieren lässt. Die wirksame, zugrunde liegende Methodik (Kombination von zeitnaher körperlicher und geistiger Aktivierung) bleibt dabei erhalten, die Inhalte reagieren auf die Gruppenteilnehmer. Das Konzept macht es so möglich, stufenlos vom fitten Senior bis zum demenziell veränderten Pflegeheimbewohner auf die individuellen Fähigkeiten einzugehen und sogar innerhalb der gleichen Gruppe verschiedene Leistungsansprüche bedienen zu können.

Von einem eher leistungsorientieren Anspruch für den fitten, selbstständigen und leistungsbereiten Senior verändert das SimA-Programm seine Inhalte bis hin zur körperlichen Aktivierung über basale Bewegungsformen und biografieorientierte kognitive Aktivierung. Dabei reduziert sich der Anteil des Kompetenztrainings (Beraten & Austauschen) zum Erhalt der Selbstständigkeit zugunsten von immer stärker in den Vordergrund tretenden emotional-seelischen Aspekten (Fühlen).

SimA-Training – was ist das eigentlich ?

In Geselligkeit und mit Frohsinn den Geist und Körper fit halten!“

Den Anfang von SimA in unserer Gemeinde hat der Vortrag von Prof. Dr. W.D. Oswald von der Universität Erlangen-Nürnberg im Januar 2011 in unserem Gemeindehaus in Schnelldorf gemacht, der bei vielen Anwesenden einen bleibenden Eindruck hinterließ.

Der demografische Wandel unserer Zeit bringt eine immer älter werdende Gesellschaft mit einer zunehmenden Neigung zu dementiellen Erkrankungen mit sich. So lesen wir es fast täglich in der Zeitung, sehen oder hören es in den Medien
In seiner erfrischenden Art und Weise hatte uns Prof. Oswald nahe gebracht,dass jeden von uns diese Erkrankung ereilt, wenn wir nur alt genug werden.Man könne sie aber hinauszögern mit einem speziellen Vorsorgeprogramm,welches er SimA nannte. SimA = Selbständig im Alter.

Das SimA-Projekt der Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von Prof. Dr. W. D. Oswald hatte zum Ziel, die „Bedingungen der Erhaltung und Förderung von Selbstständigkeit im höheren Lebensalter“ zu erforschen und Lösungen aufzuzeigen. Die Erhaltung der Gedächtnisleistung und der körperlichen Beweglichkeit sind ein wesentlicher Faktor für die Selbstständigkeit im Alter. Die Studie ergab eindeutig, dass regelmäßiges und systematisches Üben von Gedächtnis und Motorik die Bedingungen schaffen,die von uns allen selbst gewünschte Selbstständigkeit im Alter zu erhalten.

Aus der Studie heraus wurde auch das dazugehörige Trainingsprogramm entwickelt.

Den Trainerschein für dieses Programm habe ich im Sommer 2012 am Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen-Nürnberg erworben.-

Seitdem haben nun schon insgesamt 12 Kurse mit jeweils 5 Einheiten in unserem Gemeindebereich stattgefunden und sie erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Trotzdem werde ich immer wieder gefragt, was denn das SimA-Training genau sei und wie so ein Kurs abläuft. Fragen sind z.B.: Ist das ein Training mit bereits an Demenz erkrankten Menschen? Nein ! Es ist ein Vorsorgeprogramm dagegen.-

Brauch ich das denn überhaupt schon?

Nun, meine jüngste Teilnehmerin ist 59 Jahre alt und es macht ihr sehr viel Spaß. Der älteste Teilnehmer ist 87 Jahre alt. Jeder Mensch ist anders,empfindet anders, geht anders mit seiner Gesundheit um. Die Empfehlung für ein gesundes Dasein im höheren Lebensalter ist die gleiche wie bei jüngeren Menschen, gilt also für uns ALLE. Sich gesund und ausgewogen zu ernähren,regelmäßig zu bewegen, geistig fit zu halten und soziale Kontakte zu pflegen.

Also entscheiden Sie selbst.

In Geselligkeit und mit Frohsinn den Geist und Körper fit halten!“

Unter diesem Motto findet unser SimA-Training statt. Es enthält Komponenten aus mündlichen und schriftlichen Gedächtnisübungen, worin trainiert werden: Aufmerksamkeit und Konzentration, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis, Abrufstrategien, Lernstrategien, Audiovisuelles Gedächtnistraining, Informationsverarbeitung usw. sowie Psychomotorische Bewegungseinheiten für mehr Reaktionsvermögen, Ausdauer, Koordination, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Gleichgewicht (wichtig zur Sturzprophylaxe). Auch werden wichtige Themen angesprochen wie z.B.: Wohnen im Alter, Das soziale Netzwerk, Technische Hilfsmittel, Ernährung usw.. Hier sollen Lösungsstrategien erarbeitet und Tipps sowie Informationen ausgetauscht werden, um neue Strategien zur Alltagsbewältigung zu entwickeln. Bei diesen Themen richte ich mich generell nach den Wünschen der Teilnehmer.

Das SimA-Training in den Gruppen richtet sich an Menschen aller Altersgruppen, die noch keine kognitiven Störungen aufweisen, also geistig völlig fit sind und dies noch möglichst lange bleiben wollen. Das Training macht Spaß, Sie erleben eine schöne Gemeinschaft und beugen dabei der Demenz vor. Nachfolgend stelle ich Ihnen ein Beispiel für den Ablauf eines SimA-Nachmittags vor, welcher insgesamt zwei Stunden dauert und durch eine halbstündige Kaffeepause unterbrochen wird.

Eingangslied – Wir singen zusammen, damit wir erst einmal ankommen, denn singen wirkt bereits lockernd und bringt eine gelöste Atmosphäre mit sich.

Basicübungen in der Psychomotorik wie Gleichgewichtsübungen, Koordination, Lockerung, usw..

Mündliche Aufwärmübungen reihum

Beispiel: Wir gehen einkaufen. Der Endbuchstabe des letzten Begriffes muss der Anfangsbuchstabe des nächsten Begriffes sein: Ich kaufe: Salat, Tomaten, Nudeln……

Schriftliche Übungen
Beispiel: Aus dem Wort „Schreibmaschine“ lauter neue Wörter bilden lassen.
Schiene, Brei, Masche, ein, eine, Scheibe……

Hauptübung in der Psychomotorik:

Mit Einsatz von Würfel, Tennisbällen, Becher, Ballons, Bällen, Körnerkissen und Musik werden Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination usw. trainiert.

Kaffeepause

Schriftliche Übungen

Beispiele: Die Teilnehmer versuchen, einen Text auf dem Kopf zu lesen,danach im Text ganz schnell alle „n“ anstreichen.

Wortgerüste ergänzen: T………………..r, und jetzt ganz viele Wörter finden, die dazwischen passen, z.B. Trainer, Taucher, Turnier……

Beliebt sind auch Übungen, in welchen Bewegungen mit Gedächtnistraining kombiniert werden. Das macht Spaß und wirkt sehr intensiv.

Abschlusslied.

Um jedem Teilnehmer gerecht zu werden, wird darauf geachtet, dass weder eine Über- noch eine Unterforderung stattfindet. Ein rücksichtsvolles Miteinander ist Voraussetzung. Ich würde mich nun sehr freuen, wenn Ihnen der Bericht geholfen hat, sich das SimA-Training gut vorzustellen und vielleicht auch Lust gemacht hat,einmal vorbeizuschauen und mitzumachen.

Bringen Sie Abwechslung in Ihren Alltag mit einem Besuch des nächsten SimA-Kurses oder kommen sie einfach vorbei um zu „schnuppern“. Auch besteht seit Kurzem die Möglichkeit, SimA einzeln für zuhause zu buchen, enn Sie keine Möglichkeit haben, die Kurse zu besuchen.

Ich freue mich auf Sie und grüße ganz herzlichst

Ihre SimA-Trainerin

Brigitte Bößendörfer

vom Diakonieverein Schnelldorf e.V.

Zur Sim A – Homepage

Weitere Informationen:

 

Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich im Diakoniebüro bei Frau Gerdi Mebs (Di-Do 9.00 bis 14.00 Uhr), wir beantworten Ihnen gerne alle Ihre Fragen.